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Onlinemagazin der Netzkultur — webwatching.info 02.02.2006

Werden junge oder sehr junge, guttaussehende Damen von mittelalten oder alten, erfahrenen Männern befragt, dann handelt es sich oft um Interviews im “Playboy” oder anderen karrierefördernden Presseobjekten.

Wenn aber mittelalte oder alte, erfahrene Männer von jungen oder sehr jungen, gutaussehenden Frauen*¹ befragt werden, dann steckt dahinter ein Professor des Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg mit seinen Studierenden.

Webwatching-Logo

Die befragten 19 Männer sind in diesem Fall die “Experten” (leider wurde nicht eine einzige “Expertin” befragt, sic!), die den 16 weiblichen und drei männlichen angehenden KommunikationswissenschaftlerInnen erzählen, wie der Hase läuft.

Der Hase ist in diesem Fall eine ganze Menge und ziemlich komplex: Das Internet, die Neuen Medien, Informationsüberflutung, Weblogs, die Relativierung des Journalismus-Begriffs, publizistischer Freiraum versus Verschulung, Suchmaschinen, Nabelschau, Medienkompetenz, Online-Journalismus, die Folgen des New-Economy-Hypes, die Zukunft der Crossmedialität, Partisanenkrieg gegen Medienkonzerne, Wikipedia, Glaubwürdigkeit, Spiegel Online, Informationskriege, gebastelte Wirklichkeiten, hysterische Kontrolldiskurse, BILDblog, Online-Ethik und die Zukunft der Medien und der Journalistenausbildung.

Doch das beste an der gestrigen Premiere war der Internetauftritt selbst: Komplett in Flash produziert und publiziert, jedoch nur aus Text bestehend, also ohne jegliche Multimedialität, für die das Flash-Format ja eigentlich vorgesehen ist. Für Text ist ja eigentlich HTML vorgesehen, aber weil die KommunikationswissenschachtlerInnen und ihre beiden Webdesigner ganz, ganz ‘trendy’ sein wollten, wurden die eigentlichen Eignungen einfach mal vertauscht - Flash für Text und HTML für Multimedia, nein, halt, es gibt ja keinerlei Multimedia oder gar Interaktivität auf der Website von “webwatching”.

Und natürlich brandete sofort eine Unverständnis-Welle in den Weblogs auf, eine kleine, repräsentative Auswahl kann man zum Beispiel hier, hier oder hier anklicken. Doch wenn KommunikationswissenschaftlerInnen anscheinend eines gelernt haben, dann auf massive Kritik in der Blogosphäre sofort zu reagieren. Und so bietet die Website seit heute nun doch zu der Flash-Version auch eine HTML-Version an. Gratulation nach Hamburg für das schnelle Einlenken.

Weblink:

(Hmmm, ob diese gutaussehenden und offensichtlich intelligenten jungen webwatching-Damen wohl auch mal hier bei mir vorbeikommen würden? Natüüüüüürlich nur für ein Interview, versprochen… Ähh, und vielleicht ein Glas Rotwein? Bei Kerzenschein?)

Nachtrag: Auf der Website webwatching.info ist übrigens auch gar keine Adresse für mögliche Leserbriefe oder sonstige Kontaktaufnameversuche per Elektropost oder Telefon angegeben. Ups. Falls ich am 7.2. wirklich zum Date offiziellen webwatching Eröffnungs-Event fahren sollte, dann werde ich die Gründe dafür nachtürlich brutalstmöglich aufklären, so investigativ und so…

Kommentare»

1. eleni - 2. Februar 2006

Statt Rotwein empfehlen Dir die intelligenten,jungen und sehr jungen, gutaussehenden Damen und nicht minder intelligenten, jungen und sehr jungen, gutaussehenden Herren von webwatching.info Sekt..den gibts reichlich..
am 7. Februar 2006 um 12 Uhr- unserem offiziellen webwatching eröffnungs-event
(zusammen mit frischgebackenen Brezeln und frischgepressten webwatching.info-CDs.)

2. Oli - 2. Februar 2006

Hallo Eleni!

Toché ;-)

Der Event findet vermutlich in Hamburg statt? Hmmm. Berlin ist ja nicht so weit weg und es wäre vermutlich die einzige Gelegenheit, nachzuprüfen, ob Fotos lügen oder nicht ;-)

Ach ja, wie war denn der Professor so? Mit ihm wollte ich ja auch schon immer mal ein Interview führen *mein-Buch-der-Interview-Wunschgäste-rauskram*

Allerliebste Grüße,
Oli


 

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